Methodik Drei Hebel zur Unterstützung der Kreislaufwirtschaft

In Luxemburg hat die Regierung in den drei Bereichen Gesetzgebung und Normierung, Finanzen und Wissensmanagement Instrumente identifiziert, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Idealerweise werden alle drei Hebel koordiniert eingesetzt, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten wird der Schlüssel für eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft sein. Ein Unternehmen kann kein kreislauforientiertes Geschäft auf Grundlage eines Modells "Produkt als Dienstleistung" starten, wenn die Lieferanten keine geeigneten Rohstoffe inklusive Informationen zu deren Zusammensetzung liefern. Genausowenig wird dieses Modell Erfolg haben, wenn es dem Unternehmen nicht gelingt, damit Kunden zu überzeugen, oder wenn es durch den ordnungspolitischen Rahmen benachteiligt wird (Arten der verfügbaren Finanzierung, rechtliche Beschränkungen und steuerliche Regelung) oder wenn es an der Finanzierung für Start-ups mangelt. Die Regierung ist bem!uht, diese günstige Voraussetzungen zu schaffen und zu einem Mosaik zusammenzusetzen.

Der ordnungspolitische Rahmen

Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Gesetzen, Vorschriften und Normen, die schrittweise eingeführt werden. Hierbei werden zwei Absichten verfolgt: einerseits will man verbindliche Maßnahmen oder Beschränkungen einführen und andererseits Orientierung und Planungssicherheit geben. Mögliche Umsetzungsbeispiele:

  • Einführung von kreislauforientierten Geschäftsmodellen und von zirkulären Kriterien für das öffentliche Beschaffungswesen;
  • Einrichtung von Kreislaufwirtschaft-Kennzeichen und Zertifizierungen für kreislauforientierte Produkte und Dienstleistungen;
  • Festlegung von Normen für Wiederverwendung und Reparaturen, sodass die Güter im Nutzungszyklus verbleiben und ihren Wert bewahren.

Der finanzielle Rahmen

Finanzielle Instrumente werden positive oder negative Anreize bieten, um das Verhalten von Unternehmen und Bürgern gleichermaßen zu beeinflussen. Sie werden auch eingesetzt, um Marktverzerrungen zu korrigieren und um einen Beitrag zur Risikominimierung zu leisten (z. B. durch Versicherungspolicen). Mögliche Umsetzungsbeispiele:

  • Staatliche Zuschüsse bei der Entwicklung von kreislauforientierten Geschäftsmodellen, Projekten und Infrastruktur;
  • Buchführungskonzepte, welche "Produkt als Dienstleistung"-Geschäftsmodelle fördern, da diese weniger Ressourcen verbrauchen als herkömmliche Modelle, welche auf Verkauf und Eigentum setzen;
  • Anreize für das Reparieren, Wiederverwenden und Wiederverwerten von Produkten.

Der Wissensrahmen

Das bedeutet, dass wir eine Reihe von Maßnahmen und Instrumenten entwickeln müssen, um Wissen und Kompetenzen zur Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Dazu gehören Strategiedokumente, Leitlinien, Beratung, Bewusstseinsbildung, Grundausbildung und Weiterbildung. Ein Großteil dieses Wissens lässt sich durch den Einsatz digitaler Plattformen einfacher generieren und teilen. Nie war der Zugang zum Lernen so einfach. Mögliche Umsetzungsbeispiele:

  • Schulungen für Unternehmen und Start-ups, um mehr über die Anwendungen und die geschäftlichen Chancen der Kreislaufwirtschaft zu erfahren;
  • klare Informationen und Gütesiegel zur Kreislauffähigkeit von Produkten und Dienstleistungen, sowohl für Unternehmen in der Lieferkette als auch für Endkunden;
  • Bereitstellung von Instrumenten und Beratungsleistungen für Produktentwickler, sodass bereits auf dem Reißbrett sicher gestellt wird, dass sich die Güter nahtlos in die Kreislaufwirtschaft einfügen werden;
  • Integration der Grundsätze der Kreislaufwirtschaft in die Lehrpläne der Grund- und Weiterbildung in Schulen;
  • Unterstützung von Projekten und Aktivitäten im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation (FEI), um Wissenslücken zu schließen.

Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die drei Wirkungshebel kombiniert werden, um ein bestimmtes Kreislaufwirtschaftsziel in praktischen Umsetzungsprojekten zu erreichen, wie im Schema auf der rechten Seite dargestellt.

Ein Entwickler ("Kümmerer") setzt das Kreislaufwirtschaftsprojekt durch einen Mitgestaltungsprozess in einem bestimmten Sektor mit Unterstützung der nationalen Koordinierungsstelle um.

Die Ziele und Indikatoren werden im Projekt definiert und von der Koordinierungsstelle überwacht. Die Methodik wird in dem Dokument zur Strategie für die Kreislaufwirtschaft näher beschrieben.

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